Mittwoch, 2. März 2022

Posing für Porträts 22: Das Allerbeste möglich machen

Klarinette auf Notenblatt
Wie bei einem Musiker ist bei Fotografen Spielfreude wichtig.

Erfolgsfaktor III: Du solltest 

Spielfreude mitbringen

Schau Dir Billigformate nachmittags im Privatfernsehen an und Du siehst mittelprächtige (Amateur-) Schauspieler, die vor lauter Anspannung und Nichtprofession nicht das erreichen, was gute und sehr gute Schauspieler auszeichnet: Gemeint ist die Freude an der Sache, die Spielfreude. Doch was ist das überhaupt und wie kommst Du dahin?

Gefühle ausdrücken

Als Antwortmöglichkeit taugt ein Shooting mit Model Nica. Sie hatte keinerlei Vorerfahrung als Model, stand aber in der Schulzeit beinahe wöchentlich auf der Bühne in der Schulaula. Hier lernte sie verschiedene Gefühlszustände durch Körpersprache, Mimik und Gestik zu zeigen. Was aber noch viel wichtiger war: Sie hatte Spaß daran. Und sie holte, gemeinsam mit mir, aus jeder Location das heraus, was nur irgendwie möglich erschien. Auf diesen Zug aufzuspringen, sie für mehr zu motivieren und eigene Ideen mit ins Spiel zu bringen, war für mich völlig einfach und wirklich auch eine große Freude. 

Schalter umgelegt

Dieser gemeinsame Geisteszustand ließ sich bei weiteren Shootings prompt wieder hervorrufen, so dass wir es auch schafften, bei einem Outdoorshooting kurz vor einsetzendem Regen in nur 30 Minuten tolle Ergebnisse zu erzielen. Wir konnten beide unsere innerlichen „Schalter“ auf Spielen umlegen und dann ging es sofort los.

Location vorher Besuch abstatten

Bist Du eher introvertiert, dann solltest Du Tage vor dem Shooting der Location Deiner Wahl mal einen Besuch abstatten. Ist generell ohnehin zu empfehlen, in diesem Zusammenhang doch ganz besonders. Stell´ Dir vor, das Model ist da und wartet auf Deine Anweisungen. Schau Dich überall ganz genau um und frage Dich, was möglich ist. Notiere Dir das auf einen Spickzettel, den Du später zum Shooting mitnimmst. Wenn Du damit fertig bist, dann stelle Dir exakt dieselben Fragen noch einmal. Warum, fragst Du und was das soll?

Mentale Voraussetzungen

Ganz einfach. Ich möchte Dir raten, in die Situation, die Hintergründe und die Gesamtlocation mental tief einzutauchen. Ähnlich wie bei der Architekturfotografie muss Du alles auf Dich wirken lassen. Design, Farben, Licht und Schatten: Alles spielt Dir in die Hand und wird Dir Möglichkeiten aufzeigen, mit denen Du Dein Model anstecken kannst. Auch das Model wird erkennen, dass noch mehr geht und Freude daran entwickeln.

Gemütszustände durchspielen

Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle die Möglichkeit sein, dass das Model Dich ansteckt, kreativ wird und Dir Möglichkeiten aufzeigt, die bisher noch nicht in Betracht gezogen wurden. Anders herum betrachtet und ganz konkret: Bitte Dein Model in allen von Dir/Euch ausgewählten Posen alle nur erdenklichen Gemütszustände durch zu spielen. Alles von überglücklich bis zu Tode betrübt, von ernst bis zum schallenden Gelächter und auch von demütig/unterwürfig bis hin zu furchtbar dominant. So kommst Du zu einer Bilderauswahl, die sich wirklich sehen lassen kann. Ich bitte Dich: Lasse Dich darauf ein, ziehe mit und dann machst Du die Fotos Deines Lebens. Dass Du so Dein Model zu Höchstleistungen motivierst, ist völlig klar. (Danke an Tatjana! Thanx for the good job!)

Posing für Porträts 21: Sei der, der Du bist

Model streck der Kamera die Zunge raus
Model Vanessa präsentierte sich mir gegenüber sehr authentisch.

 Erfolgsfaktor II: Du muss ehrlich 

und authentisch sein

Ehrliche Einblicke in die Menschen vor Deiner Kamera sind sicherlich Dein Ziel in der Porträtfotografie. Ich neige dazu es mit den Worten von Heinrich Böll zu sagen; „Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke.“ Um das zu erreichen bedarf es einen Umstands: Auch Du musst ehrlich und authentisch sein. 

Ehrlich sein

Das bedeutet: Verhalte Dich keinesfalls gekünstelt und abgehoben, äffe niemanden nach und hechele nicht irgendwelchen Vorbildern hinterher. Sei vom Vorgespräch bis zur Verabschiedung der, der Du wirklich bist. Gerade Menschen, die keine Modelerfahrung mitbringen, werden das sehr schätzen. Bist Du nicht authentisch und überhaupt nicht ehrlich, spüren die Menschen das und werden sich Dir und Deiner Kamera gegenüber nicht so öffnen wie Du es für gelungene und überzeugende Fotos brauchst.

Wie Du siehst: Allein Du hast es in der Hand!


Posing für Porträts 20: Souveräner Umgang mit der Technik

 

AGFA Clack
Die AGFA Clack kommt bei mir bei Porträts nicht zum Einsatz.

 Erfolgsfaktor I: Mit der Technik auf Du und Du

„Warte mal kurz, ich muss mal eben gerade schnell…“, sagt der Fotograf zum Model und tippt dabei bereits zum zweiten Mal bei diesem Shooting auf dem Touchscreen seiner Kamera herum. Das Model  tippelt währenddessen völlig genervt von einem auf den anderen Fuß und wartet. Innen im Model brodelt es bereits. 

Drei Stunden später

Doch davon merkt der Fotograf rein gar nichts. Nach einigen Minuten, gefühlt drei Stunden später, hat er die richtige Einstellung gefunden und schaut der Model erwartungsvoll an. „Weiter geht´s!“

Weitere Zusammenarbeit unwahrscheinlich

Wir fragen uns jetzt nicht, was für Fotos dabei heraus kommen werden. Wenn es ein Profimodel ist, das bezahlt wird, flucht es innerlich darüber, dass die Gage nicht als eine Art Schmerzensgeld doppelt so hoch geraten ist. Ein Amateurmodel fühlt sich in der Entscheidung mit diesem Fotografen zusammen zu arbeiten keinesfalls bestätigt. Das wird sicherlich nicht wieder vorkommen.

Trockenübungen ohne Model

Hast Du eine neue Kamera mit Features, die Dir noch nicht bekannt sind, dann musst Du üben, aber nicht während eines ernstgemeinten Shootings. Treffe Dich mit einem Dir vertrauten Menschen, erkläre vorher, worum es geht und probiere. Besser noch: Übe allein mit Dir und Deiner Kamera, fotografiere Blumen, Häuser und andere Dinge, die Dir nicht weglaufen können, bis Du mit Deiner Kamera ehrlich so richtig auf Du und Du bist. Dann kannst Du durch Deine Fähigkeiten und Ergebnisse überzeugen. 

Merksatz dazu: Lass niemals Menschen für Deine Unfähigkeit leiden.

Posing für Porträts 19: Ehemann blockte beste Bilder

Historische AGFA Kamera
An diesem Tag hätte ich die Kamera im Koffer lassen können.

Enttäuschungen bleiben nicht aus Teil II

Tolle Fotos, motiviertes Model. Sie gab viel von sich preis, poste mit Naturtalent und erhielt verabredungsgemäß die Fotos in kleinem Maßstab per Whatsapp. 151 Stück. 

Veto vom Ehemann

Daheim, so erfuhr ich später, brütete sie später mit ihrem sehr gläubigen Ehemann über den Bildern und sendete mir ihre Auswahl: Neun Stück hatte sie ausgesucht und gab mir die Bildnummern durch. An dieser Stelle muss ich unbedingt erzählen, dass üblicherweise bei allen vergangenen Shootings maximal zehn Prozent der Fotos von den Models als „bitte nicht veröffentlichen“ herausgewählt wurden. 

Stino-Fotos ausgewählt

Ich sah mir die Auswahl genauer an. Es handelte sich dabei um gute Fotos, die allerdings Stino-Porträts und Bewerbungsfotos näher kamen, als die anderen expressiven Motive, auf die ich immer so großen Wert lege.

Dumm gelaufen

Da im Vertrag ein Auswahlrecht des Models vereinbart war, hatte ich keine Chance. Was bleibt ist ein schaler Geschmack und die Tatsache, dass hier um die 80 Fotos dieser Beauty nicht gezeigt werden. Schade, sehr schade!

Posing für Porträts 18: Unzuverlässige Models

Fotoapparat aus Stecksteinen
Manchmal habe ich die Kamera umsonst eingepackt. Das Model erschien einfach nicht.

Enttäuschungen bleiben nicht aus Teil I

Hochmotiviert, gespannt und voller freudiger Erwartungen packst Du Fototechnik, Requisiten und was Du sonst alles noch so für einen Shootingtermin brauchst zusammen, schleppst es in Dein Auto und machst Dich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Es soll heute ein Outdoorshooting zum Thema „Lost Places“ werden. Das Model heißt Annika, verabredet seid ihr um 15:30 Uhr am Bahnhofhauptausgang. Du willst sie abholen, denn Deine Location findet keiner ohne weiteres von allein. Drei Nachmittage bist Du durch Industriebrachen Deiner Nachbarstadt gefahren und gelaufen um den besten Ort für das Shooting zu entdecken. 

Spannung steigt

Du schaust auf die Uhr: 15:25 Uhr. Deine Spannung steigt. Nur noch fünf Minuten und Du lernst sie zum ersten Mal persönlich kennen. Telefoniert und getextet habt ihr beide ja im Vorfeld des Termins. Gerade heute früh schrieb Annika noch, dass sie schon ganz aufgeregt sei und es gar nicht abwarten könne.

Haare wie Schneewittchen

15:30 Uhr. Der Zug aus dem Norden ist schon angekommen, eine Menge Leute drängeln sich durch den Ausgang. Annika hat schwarze lange Haare. Sieht so ein bisschen aus wie ein modernes Schneewittchen. Das magst Du. Deshalb ist sie Dir beim Surfen durch die sozialen Netzwerke ja auch sofort aufgefallen. Prompt hattest Du sie angeschrieben, nach einem Termin für ein TfP-Shooting gefragt und ihr beide seid Euch schnell handelseinig geworden. Noch am gleichen Tag hattest Du den Vertrag per E-Mail an sie geschickt. Ihre Antwort kam auch rasch: Er sei angekommen, völlig O.K. und sie bringe ihn zum Shootingtermin unterschrieben für Dich mit.

Verspätung?

15:40 Uhr: Wer misstraut schon einem Schneewittchen? Du nicht. „Sicherlich war das der falsche Zug und ihrer hat Verspätung“, denkst Du. Du steckst Dir noch eine Zigarette an und wartest weiter. Dabei hast Du immer einen prüfenden Blick auf Dein Auto. Schließlich ist es vollgestopft mit allem was Du so hast. Wenn das weg käme – unvorstellbar.

Kein Model da

15:50 Uhr: Deine Laune sinkt erheblich. Model noch nicht da. Du greifst zum Smartphone und rufst Annika an. Es klingelt. „Mist! Anrufbeantworter“, zischst Du zwischen Deinen Zähnen heraus. „Wo bleibst Du? Ich stehe hier am Hauptausgang und warte beinahe eine halbe Stunde. Bitte melde Dich!“ Zur Sicherheit schickst Du noch eine Textnachricht hinterher. 

Orangefilter eingepackt

16:00 Uhr. Deine Augen schweifen zwischen Bahnhofsausgang, Smartphonedisplay und Himmel unruhig hin und her. Die Wolken werden dichter und dunkler. Orangefilter hast Du ja dabei. Es kommen wieder haufenweise Menschen aus dem Bahnhof. Keine der Frauen hat schwarze Haare und sieht aus wie Annika.

 Suche nach anderem Model

17:00 Uhr, in Deiner Wohnung. Deine Requisiten sind gut verstaut. Die beiden Kamerakoffer stehen wieder im Regal, das ganze restliche Gepäck ist auch an seinem angestammten Platz. Annika hat sich immer noch nicht gemeldet. Du surfst wieder durch soziale Netzwerke und suchst nach einem anderen Model das auch ein klein wenig nach Schneewittchen aussieht…  Ob dieses Model überhaupt kommt und vielleicht sogar pünktlich ist, Du wirst es erleben.

Viele sind unzuverlässig

Tatsächlich beklagen viele Fotografen mangelnde Verlässlichkeit seitens der Models. Im Beispiel oben besteht der Fehler darin, dass der Vertrag dem Fotografen überhaupt noch nicht vorlag. Ohne unterschriebenen Vertrag vorab kein Fotoshooting! Auch keine Anfahrt zu einer Verabredung dazu. Diese Regel solltest Du Dir merken. Selbstverständlich kannst Du es ja auch einmal mit bezahlten Models, also mit Pay-Verträgen, versuchen. Geld brauchen schließlich alle. Und ein paar Scheinchen steigern sicherlich auch die Motivation der Models zum Shooting zu erscheinen. 

Models mieten Hotelzimmer

Eine völlig andere Version auf Gagenbasis existiert auch: Es gibt Models, die sich in allen Himmelsrichtungen des Landes coole Locations wie z.B. Hotelzimmer oder Ferienhäuser anmieten  und dies in Fotogruppen mitteilen. Gegen Gage bekommst Du Deine Fotostunden, musst allerdings auch etwas weiter fahren, als zum Industriepark in Deiner Heimatstadt. Wenn Du den ganzen Trouble und die verplemperte Zeit einschließlich Locationsuche zusammenrechnest, dann erscheint es mir preiswerter mit einem dieser Profimodels zu shooten.  Überleg es Dir gut!

Model mochte sich nicht

Einen noch „dickeren Hund“ hab ich vor einigen Monaten erlebt: Vertrag lag noch nicht vor, Model war pünktlich, ich war pünktlich, Shooting lief bilderbuchmäßig. Danach saßen wir beide gemütlich bei einer Tasse Kaffee und schauten uns die Fotos an. Wir beide kommentierten, suchten aus, löschten einige und entschieden uns gemeinsam für die zu veröffentlichten Bilder. Ich sagte den Versand via E-Mail zu. Das tat ich dann auch und schickte den Vertrag gleich mit. Es handelte sich um einen Pay-Vertrag! 36 Stunden vergingen bis ich wieder etwas von der Dame hörte. Per Textnachricht erfuhr ich Folgendes: „Hallo Michael! Vielen Dank für die vielen Fotos. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sie mir kritisch angesehen habe und mich leider auf vielen nicht leiden mag. Das hat aber nichts mit Deinem Können zu tun, sondern nur mit mir. Ich habe zurzeit eine Krise mit starker Abneigung gegen mich. Ich lasse seit Monaten kein gutes Haar an mir… Den Vertrag habe ich noch nicht gelesen.“ Ich schloss die Textnachricht, kam zurück auf meine Kontakte und machte erschreckenderweise eine interessante Entdeckung: Dieses Model hatte ein neues Profilbild. Ich kannte das Motiv sehr genau: Es war mein Foto! Soviel zum Thema „Ich mag mich nicht leiden.“

Anderes Profilbild

Nur so an Rande bemerkt: Die Fotos waren prima, das Model sah gut aus und konnte posen. Für mich war ein Nachmittag vertan. Was bis heute geblieben ist, ist ein ganz großes Fragezeichen über meinem Haupt. Ach ja: Das Model hatte innerhalb von Minuten ein anderes Profilbild.

Negatives ausblenden

Model- und Porträtfotografen arbeiten gerne mit Menschen. Das heißt auch: Negatives besser gleich ausblenden und keinesfalls auf andere übertragen. Denn das wäre echt unfair.

Dienstag, 1. März 2022

Posing für Porträts 17: Model kommt in Begleitung

Model Claudia beim Lübecker Rathaus
Model Claudia erschien ohne Begleitung. Begleitung vermittelt ein Gefühl von Sicherheit.

Begleitpersonen können nerven, 

müssen aber nicht

„Ach ja: Ich bringe dann meinen Freund mit“, hauchte Model Katjana ins Smartphone. „Ja klar. Geht in Ordnung“, lautete meine prompte Antwort. Und er war dabei, hielt sich zurück, beobachtete ganz genau – alles gut gelaufen.

Risiko für Model besteht

Grundsätzlich birgt auch die Modeltätigkeit Risiken und Nebenwirkungen. Auch die PartnerInnen der Models können eifersüchtig sein und wunders was denken, was so genau beim Shooting alles abläuft. Zu verdanken haben wir das einigen Berufskollegen, die ihre Finger nicht am Auslöser lassen können, die beim Griff an ihren Schiebezoom an anderes denken, als an brillante Fotos. Das spricht sich schneller herum als gute Ergebnisse. Also: Begleitpersonen mitzubringen ist einfach in Ordnung. Dies gilt ganz besonders auch für Nude-Shootings.

Unterschied ist groß

Allerdings muss ich aus Erfahrung sagen, dass es für den Ablauf der Session doch einen gewaltigen Unterschied macht. Der Interaktionsprozess zwischen Model und Fotograf wird zunehmend intensiver, es baut sich bei beiden ein Flow auf, der die Zeit im Nu vergehen lässt und der mit dafür sorgt, dass die Fotos genau so werden wie es gewollt ist. 

Klärendes Gespräch

Wenn sich die Begleitperson unbedingt einbringen möchte, Vorschläge macht („Schatz, komm zeig´ doch Deine Schokoladenseite!“ etc.) und seine Beobachterrolle somit ganz weit verlässt, dann ist es an der Zeit ein kurzes klärendes Gespräch zu führen. Inhalt kurz und knapp: „Gucken – Ja. Reden – Nein! Fotografieren - Verboten!“ Nur so ist gewährleistet, dass das Shooting nicht komplett aus dem Ruder läuft.

Fokus auf Model

Ich fokussiere mich völlig auf Model/Motiv und blende den Rest der Welt einfach aus. Das kann ich ebenso gut wie bei ACDC-Musik Vokabeln lernen oder beim Fernsehen lesen. Wenn Dir das bei Deinen Fotoaufnahmen nicht gelingt, dann übe das. Auch Du kannst es lernen.

Posing für Porträts 16: Verhalten gegenüber Models

Model schaut in die Ferne
Mit konkreten Anweisungen kommt es erst gar nicht zu Missverständnissen.

 Nicht anfassen! Der korrekte 

Umgang mit Models

Eigentlich selbstverständlich, soll aber immer wieder vorkommen. Deshalb erwähne ich dieses Thema überhaupt. Wenn Du konkrete Anweisungen geben kannst, dann kommt es überhaupt nicht dazu, dass Du das fachliche (!) Verlangen verspürst, das Model anzufassen. Klar, Du hast Deine Vorstellungen vom finalen Foto. Doch dazu ist es nicht erforderlich, die Bluse oder den Ausschnitt der Bekleidung am Model zurecht zu zupfen. Wieder der alte Tipp: Wechsle die Perspektive. Wie würdest Du es empfinden, wenn an Dir dauernd jemand herum fummelt? 

Finger gehören an den Auslöser

 
Andererseits soll es auch Fotografen geben, die ihre Finger nicht am Auslöser lassen können. Denen ist der bei vielen Menschen schlechte Ruf der Modelfotografen zu verdanken. Klar, wenn sich zwischen Fotograf und Model etwas Zwischenmenschliches über das Shooting hinaus entwickelt, dann gibt es absolut nichts zu beklagen. Da handelt es sich aber um ein gegenseitiges Einverständnis. In jedem anderen Fall präsentiert sich dies lediglich als störend und absolut überflüssig. Auch wenn es Dir manchmal in den Fingern juckt: Lass es!

 

Posing für Porträts 15: Ungeübte Models

Model vor blauem Alutor
Model Carolin beherrscht ihr Handwerk.

Nicht aufregen! Der Umgang 

mit ungeübten Models

„Was ist, wenn er meine Stirnfalten nicht wegretuschiert? Und meinen Pickel am Kinn? Und wer sieht die Fotos von mir? Alle bei Insta? Und: Bin ich wirklich hübsch genug für das was der Fotograf von mir erwartet?“ 

Sorgen und Überlegungen

Tja, das sind Überlegungen und Sorgen, mit denen sich ungeübte und unerfahrene Models herumschlagen. Und bei diesen Fragen geht es noch nicht einmal ums überzeugende Posing. Die letzte Frage lässt sich einfach beantworten: Ich hätte Dich nicht gefragt, wenn ich Dich für nicht attraktiv genug halten würde! Alle anderen brauchen wir hier nicht klären, denn dazu sind Vorgespräche und Modelvertrag zuständig.

Vertrauen muss sich aufbauen

Grundsätzlich geht es ums Vertrauen, das sich zwischen Model und Fotograf erst einmal entwickeln muss. Bei jeder weiteren Session wird das Model viel entspannter an den Job und die Situation herangehen, als beim ersten Mal.

Nach ersten Fotos loben

Gerne schildere ich einmal meinen Weg zur Entspannung und Ablenkung unerfahrener Models. Zu Beginn entscheide ich mich entweder für die Erläuterung und das Üben der grundsätzlichen Posingspielregeln oder das lockere Schnappschüsse machen. Posing trocken üben kann zu gefühlter Überforderung und damit zu noch mehr Stress führen, kann aber auch Spaß machen und Druck heraus nehmen. Hier zählt Ausprobieren und Beobachten. Die besten Erfahrungen habe ich mit einigen Schnappschüssen zu Beginn gemacht, die ich den Models gleich auch auf dem Monitor zeige und überschwenglich lobe. Der Rest ergibt sich meist im weiteren Verlauf der Session.

Model mit kleinen Tricks ablenken

Wenn Dein Model derartig verspannt ist, dass ein gutes Foto kaum möglich erscheint, dann kannst Du es auch ganz einfach in der Situation ablenken. Wie? Schau in Blickrichtung des Models. Siehst Du dort z.B. Dachziegeln, dann bitte das Model diese zu zählen und zwar von links nach rechts reihenweise. Du sorgst dadurch dafür, dass das Gehirn Deines Models einfach beschäftigt ist und nicht mehr über die eigentliche Situation (Hilfe, ich werde fotografiert!) nachdenken kann.

Sobald Du spürst, dass Dein Lob ankommt und nicht bezweifelt wird, ist das der richtige Weg zwischen Dir und Deinem Model, den Du weiter gehen kannst. Dann klappt es auch mit guten Fotos.

Posing für Porträts 14: Posing-Anweisungen

Model post vor Holzschiebetor
Model Melanie hat Erfahrung.

Mach´mal anders!“: Richtige Anweisungen 

an das Model geben

Tatort Nördliche Wallhalbinsel Lübeck: Model Melanie und ich shooten seit zwei Stunden zum Thema Posen für Porträts. Die vereinbarte Pose sitzt, dann sage ich tatsächlich zu ihr „Mach´mal anders!“. Sofort brechen wir beide in schallendes Gelächter aus. Was war passiert? Im Eifer des Gefechts war meine Zunge einfach schneller als mein Verstand. Ich schaute auf den Monitor und wollte eine andere Pose sehen, denn die eine war ja bereits im Kasten. Mein kleines Missgeschick hilft uns an dieser Stelle aber wirklich weiter.

Exakte Anweisungen wichtig

Gute Resultate kommen beim Modelshooting nur zustande, wenn das Model auch ganz genau weiß, was der Fotograf erreichen will. Dazu sind völlig exakte Anweisungen erforderlich. Sag ruhig „linker Ellenbogen nach hinten“ oder „Kinn weiter nach vorn“. Notfalls machst Du die Pose einfach vor (kann auch lustig sein), damit Dein Model eine Ahnung von dem bekommt, was Du sehen willst. Bedenke aber dabei, dass aus der Sicht des Models „links“ Dein „rechts“ ist. Bitte dementsprechend umgekehrt denken und anweisen. Außerdem: Bei vielen Menschen scheint rechts und links nicht so wirklich klar zu sein (Nimm das andere links!). Steht Ihr beispielsweise an einem Fluss, dann rede von der Wasserseite, analog zu anderen Locations von der Tür- und der Fensterseite usw. Das schafft Klarheit, beste Laune und keinerlei Missverständnisse. 

Spielregeln verständlich erklärt

Die grundlegenden Spielregeln erkläre ich unerfahrenen Models vor dem Shooting. Und diese turne ich auch vor. Hier kommen die Wichtigsten:

1.    Körperbelastung niemals auf beiden Füßen. Stets nur auf einem, der andere möglichst nur mit der Fußspitze aufgesetzt und Knie angewinkelt.

2.    Po leicht nach hinten herausgestreckt. Die gesamte Wirbelsäule soll eine S-Form haben. Dies ist gerade bei seitlichen Aufnahmen von Bedeutung.

3.    Kopfhaltung möglichst gerade, es sei denn, die beabsichtigte Pose verlangt etwas anderes.

4.    Seitliche Porträtaufnahmen immer mit Blick über vorgeschobene Schulter. Diese zeigt immer in Richtung Kamera.

5.    Fotografieren aus Obersicht (Kamera höher als Augen des Models) möglichst vermeiden, außer wenn Devotion beabsichtigt ist.

6.    Bei Fotos aus Untersicht (Kamera unter Modelaugenhöhe) auf Kinn achten. Bei vorhandenem Doppelkinn bitte andere Aufnahmeperspektive oder Schal/Tuch wählen.

Dass das einmalige Erklären und Zeigen nicht ausreicht, wird Dir völlig klar sein. Deshalb immer wieder genau beobachten und korrigieren. So lernen beide dazu: Du schulst Deinen Blick und das (Anfänger-)Model erlernt das Posen. Bei den später folgenden Beispielfotos werde ich gesondert auf dieses Thema eingehen und die Einzelheiten erläutern.

Bekleidung vorher absprechen

Die konkreten Anweisungen an Models beginnen nicht erst beim Shootingtermin. Im Vorfeld ist jedes Mal zu klären, welche Bekleidung in welchen Farben das Model mitbringen muss und wie offensiv oder nicht es sein Makeup auftragen soll. Auch bei diesen beiden Themen kommt es auf Präzision bei Deinen Vorgaben an. Und Achtung bei Brillenträgern! Sollen die Fotos ohne Brille entstehen, dann musst Du dem Model sagen, dass es die Brille mindestens eine Stunde vor Shootingbeginn absetzt. Ansonsten sieht man die Druckstellen und Du sitzt dann vor PS und retuschierst die Stellen. Gleiches gilt für knallenge Bekleidung. Insbesondere Jeans hinterlassen Spuren an den Beinen, die sich bei Fotos im kurzen Kleidchen ungünstig bemerkbar machen.

Visagistin engagieren

Doch beginnen wir mit dem Makeup. Kannst Du eine Visagistin engagieren und bezahlen (ab ca. 100€ oder gratis, wenn Du eine kennst, die das umsonst macht), dann hast Du es einfach. Du sagst dem Model einfach „Komm´ ungeschminkt“ und den Rest macht die Visagistin. Die passt Makeup an Thema, Bekleidung, Lichtverhältnisse und Location perfekt an und Du machst „den Rest.“ Das war der Idealfall. Weil er sicherlich nicht immer zutrifft, ist es wichtig, dass Du Verabredungen mit dem Model triffst. Brauchst Du für die Fotos ein helles Makeup, dann muss das Model es unbedingt wissen. Kommt das Model mit dunklem Makeup, dann wird es sehr schwer bis schier unmöglich sich bei Outdoor-Shootings umzuschminken. Bei Studioterminen ist es leichter, denn dort wird es ja eine Waschmöglichkeit geben. 

Maske selber machen

Es gibt in Sachen Makeup noch eine interessante Alternative, die sich allerdings nicht für alle Fotografen anbietet. Diese lautet: „Mach das Makeup selbst!“ Im Schnelldurchlauf geht das so: Du kaufst Dir ein Lehrbuch von Bobby Brown und investierst 100 bis 200 € in Schminkutensilien bei einer Drogerie Deiner Wahl, Dann besorgst Du Dir ein Opfer und übst solange, bis sich die Ergebnisse sehen lassen können. Youtube-Videos helfen übrigens auch viel weiter. Kurse und Ausbildungen mit echten Abschlüssen als Makeup-Artist mit Prüfung vor einer IHK sind ab 1000€ im Angebot. Entscheidest Du Dich dafür, hast Du die Investitionen bereits nach einem Dutzend Sessions mit eingesparter Visagistin raus. Dies ist übrigens mein Weg. Ich brauchte aber noch nie Hand anlegen, da meine Models entweder sehr gut vorbereitet sind oder ungeschminkt abgelichtet werden und ich später das Makeup digital mache. So geht es eben auch.

Eigenen Fundus Bekleidung zulegen

Viel aufwändiger wäre es, die Garderobe komplett digital zu montieren. Spaß, das ist keine ernstzunehmende Variante. Folglich kläre vor dem Shooting ganz genau, welche Kleidung in welchen Farben und welchen Stückzahlen mitgebracht werden muss. Bitte benutze keine allgemeinen Angaben wie „ein paar“, „sommerlich“, „klassisch“ oder gar „fröhlich“. Tust Du das, erlebst Du eine Überraschung, auf die Du gerne verzichten kannst. Mit kleinem Geld und etwas Zeit kannst Du Dir auch einen eigenen Fundus an Bekleidung zulegen. Gehe interessiert über ein paar Flohmärkte, kaufe weite Männeroberhemden, Frauenoberteile, Statement-Ketten, Blusen, Röcke in den gängigen Größen (S und M, bei Neigung zu Oversizemodels entsprechend größer) und Tücher, packe die in einen Koffer und nimm´ ihn mit zum Fototermin. Das macht Dich völlig unabhängig vom Modeverständnis Deiner Models und Du kannst Dir vor den Aufnahmen schon alles zusammen stellen. Ist doch auch nicht schlecht, oder? 

Plan erläutern

Beim Shooting selbst finde ich es wichtig, dass das Model weiß, was ich gerade für ein Foto machen möchte. Dazu erzähle ich einfach, was ich plane. Damit meine ich während der Aufnahmen von Pose zu Pose. Ein Beispiel: „Das brauche ich jetzt noch in quer (Querformat). Die Ellenbogen dazu bitte weiter nach hinten. Sehr gut! (Klick) Danke!“ Diese Sätze lenken meiner Erfahrung nach nicht ab, sonder motivieren und bestärken die doch meist harte Arbeit der Models. Dank digitaler Technik zeige ich den Models auch ab und zu die entstanden Fotos. Bei von mir gewünschten Änderungen gibt das wortwörtlich bildhafte Hinweise. 

Pausen wichtig

Im Frühsommer waren Model Melanie und ich im Einsatz zum Thema Posen für Porträts. Unser Arbeitspensum umfasste ca. 90 Posen und das bei 26 Grad Außentemperatur im Schatten. Bei solchen Anstrengungen sind auch Pausen wichtig. Diese wurde gemeinsam abgesprochen. Danach ging es gutgelaunt weiter.

Vorstellungen von Model einbeziehen

Anweisungen von einem Model zu erhalten ist eher selten. Aber: Einmal ist das bei mir schon vorgekommen. Model Tatjana hat Ahnung vom Thema, ist kreativ und besitzt einen wachen Blick. Wir waren rund um das Lübecker Hansemuseum unterwegs und nutzten die Hintergründe der Mauern als sie die lange Treppe hoch zur Hubbrücke über die Trave sah. Voller Freude meinte sie „Das muss ich machen. Komm mit!“ Einen Augenblick später saß sie auf eine der mittleren Stufen und schmiss sich in Pose. Dabei sind einige der besten Bilder des Tages entstanden. Ich für meinen Teil hatte nur die Metallkonstruktion für ein eher geometrisches Motiv im Blick. So kann es passieren und an dieser Stelle möchte ich mich bei Tatjana für ihre Wachsamkeit und ihren großen Einfallsreichtum bedanken.

 Am Ende ausgiebig loben

So, nun ist Dein Shooting vorbei. Du brauchst keine Anweisungen mehr zu geben? Weit gefehlt. Jetzt, am Ende der Session, kommt Deine wichtigste Anweisung. Und die heißt „Loben“. Bitte bedanke ich bei Deinem Model, bestärke und lobe es für den guten Job, den es gemacht hat. Wenn möglich, vereinbare doch gleich noch einen weiteren Termin vielleicht zu einem anderen Thema.

Als Schlusswort fällt mir hier nur folgendes ein: Bitte wechsle die Perspektive, versetze Dich in die Rolle des Models und überlege, was Du dann für Anweisungen benötigen würdest. Dann klappt es mit der Kommunikation sicherlich perfekt und bestens verständlich.




Posing für Porträts 13: Modelfotografie nur mit Vertrag

 
Model Vanessa schaut in die Kamera
Model Vanessa

 TfP oder Pay: Vertrag muss sein

Neulich las ich in einem tollen Fotoband folgende Bildunterzeile: „Diese ältere Dame kam mir im Urlaub in einem Ferienort auf der Straße entgegen. Ich wusste sofort: die muss ich fotografieren! Ich konnte ihre Sprache nicht sprechen. Deshalb hob ich meine Kamera etwas hoch, zeigte erst auf diese, dann auf die Frau und sie nickte und lächelte dabei. So ist dieses Foto entstanden.“ 
 

Kein Shooting ohne Vertrag

 
Verspreche mir: Veröffentliche niemals im Internet oder Print oder irgendwo bei einer Deiner Ausstellungen Fotos von Menschen, mit denen Du keinen Vertrag abgeschlossen hast. Es gibt das Recht am eigenen Bild und Du brauchst unbedingt die Erlaubnis und damit die Genehmigung zur Veröffentlichung. Beim heutigen Stand der Technik ist es einem Menschen aus Übersee über die Bildersuche der Suchmaschinen möglich Fotos von sich selbst im Internet aufzuspüren. Nichts bleibt mehr geheim.  
 

Juristen finden Wege 

Veröffentlichst Du ein Foto ohne Vertrag und nach Jahren kommt irgendein juristisch bewanderter Bekannter des Menschen auf dem Bild darauf, dass man doch einiges an Geld aus dem Tatbestand herausholen kann, wirst Du gefunden und bist dann „dran“. Also: Immer Verträge abschließen – auch wenn Du nichts an Gage bezahlst. Dies gilt aus meiner Sicht übrigens auch für Bekannte und Verwandte. 

Mustertext unten 

Nachfolgend habe ich für Dich einen Mustertext für einen sogenannten TfP-Vertrag aufgeschrieben. TfP (Time for Print) heißt Du machst die Fotos, das Model gibt sich als Motiv und seine Zeit, erlaubt Dir die Veröffentlichung und erhält auf im Vertrag festgeschriebene Weise die Fotos entweder digital oder als Print. Letzteres entscheidest Du. Ich will Geld sparen und wähle stets digital.  

Gage ist Anerkennung

Wenn Du Dich für Modelgage entscheidest oder ein Model das verlangt, dann füge dies und die Summe in den Vertragstext an passender Stelle ein. Wird schon vorkommen. Vorgestern las ich bei FB: „Ich will auf keinen Fall diese TfP-Schei… mehr. Schöne Fotos von mir machen, das kann auch meine Freundin.“ Diese junge Dame hat sicherlich schlechte Erfahrungen gemacht oder sie möchte, wie ich finde zu Recht, einfach einen kleinen Obolus dafür, dass ihr Gesicht rund um die Welt gepostet wird. 

Keine Rechtsberatung 

Dieser nachfolgende Vertragstext stellt in keinster Weise eine Rechtsberatung dar. Liebst Du wasserdichte Verträge, dann konsultiere Deinen Rechtsanwalt.

 
 

 

Mustervertrag Time for Print

 

Modelreleasevertrag

zwischen


dem Fotografen    

und

Model         Frau            

wohnhaft:    
    
geboren am:

Telefon:

Bankverbindung:

Das Model erklärt mit seiner Unterschrift das Einverständnis, dass die von ihr nach Absprache angefertigten Aufnahmen auf Datenträgern gespeichert werden dürfen. Der Fotograf ist weiter berechtigt Reproduktionen dieser Aufnahmen in unveränderter, veränderter und/oder künstlerisch bearbeiteter Form für folgende Zwecke zu nutzen:

-    redaktionelle Zwecke: Pressemitteilungen, eigene Internetveröffentlichungen wie Homepage michael-felske-fashion.com, modefotografie-felske.com, Blogs bei Instagram, Felske-Fashion-Seite bei Facebook sowie Modegruppen und -foren

-    werbliche Zwecke: Anfertigung von Werbemitteln wie Visitenkarten, Flyer oder auch Plakate und Anzeigen für die Belange des Unternehmens

-    private und weitere gewerbliche Zwecke: Einsatz als Belegexemplare online und print für die Tätigkeit als Fotograf

Die Einwilligung wird erteilt, ohne jede zeitliche, örtliche und inhaltliche Beschränkung der Verarbeitung und Nutzung der Daten, sowohl durch den Fotografen, als auch durch Dritte, die mit dem Einverständnis des Fotografen handelt, ungeachtet der Übertragungs-, Träger-, und Speichertechnik.  Beide Vertragsparteien sind berechtigt, die produzierten Aufnahmen ohne zeitliche, örtliche und inhaltliche Einschränkung in veränderter und unveränderter Form auf jeder Art von Speichermedien sowie als Ausdruck aufzubewahren. Der Fotograf veröffentlicht keine persönlichen Daten des Modells. Das Modell erhält digitale Fotos per E-Mail zugeschickt. Damit sind sämtliche Ansprüche des Models abgegolten.

Das Model erklärt sich ausdrücklich mit einer Bearbeitung der Aufnahmen, sei es durch Retusche, sei es durch digitale Bearbeitung mittels entsprechender Software, oder einer Verwendung im Rahmen von Montagen jeder Art einverstanden.

Das Model ist darüber informiert worden, dass für eine Veröffentlichung der angefertigten Fotoaufnahmen eine Übertragung der Rechte am Bild erforderlich ist und erklärt sich hiermit unwiderruflich mit einer sachlich,  zeitlich und örtlich uneingeschränkten Veröffentlichung der angefertigten Aufnahmen einverstanden. 

Der Fotograf ist befugt, die Aufnahmen zu bearbeiten und mit anderen Aufnahmen zu kombinieren z.B. Bild-Montage. Im Falle von Veröffentlichungen stellt das Model keine weiteren Ansprüche, auch nicht gegen Dritte. Beide Vertragsparteien sind berechtigt, die produzierten Aufnahmen ohne zeitliche, örtliche und inhaltliche Einschränkung in veränderter und unveränderter Form auf jeder Art von Speichermedien sowie als Ausdruck aufzubewahren.

Das Modell erhält digitale Fotos per E-Mail oder What´s App zugeschickt.

Die Namensnennung des Models steht im Ermessen des Fotografen und des Models. Das Model ist mit der Nennung seines Namens oder eines Pseudonyms in Verbindung mit den von seiner Person gefertigten unbearbeiteten oder veränderten Aufnahmen einverstanden.

Das Model bestätigt, dass es vom Fotografen über sämtliche Umstände der Anfertigung, Verarbeitung und Verwendung der Aufnahmen umfassend informiert worden ist und dass es seine Willenserklärung zum Zustandekommen dieser Vereinbarung freiwillig abgibt.

Das Model darf die gefertigten Aufnahmen ausschließlich für persönliche Zwecke und die Eigen-werbung wie z. B. Bewerbungen, Erstellen einer Model-Mappe, die eigene Homepage (auch Facebook, What´s App und Instagram), Sedcards etc. (auch auf bzw. in Internet-Seiten, Datenbanken oder Katalogen von Model-Agenturen oder sonstigen Dritten) frei und kostenlos verwenden. Darüber hinaus ist ein Verkauf der Fotos und die Übertragung der Bildrechte an Dritte, insbesondere für kommerzielle Zwecke, völlig ausgeschlossen.

Dieser Vertrag unterliegt deutschem Recht. Mündliche Nebenabreden sind nicht getroffen. Vertragsänderungen bedürfen der Schriftform. 

Eine Kündigung ist mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende möglich.
Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder undurchführbar sein oder nach Vertragsschluss unwirksam oder undurchführbar werden, bleibt davon die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll diejenige wirksame und durchführbare Regelung treten, deren Wirkungen der wirtschaftlichen Zielsetzung am nächsten kommen, die die Vertragsparteien mit der unwirksamen bzw. undurchführbaren Bestimmung verfolgt haben. Die vorstehenden Bestimmungen gelten entsprechend für den Fall, dass sich der Vertrag als lückenhaft erweist.

Datum:

Unterschrift Fotograf:

Unterschrift Model:


 

Posing für Porträts 12: Models akquirieren

Model Nica vor Schuppentor
Neue Models zu finden setzen Aufwand voraus.

Woher kommen eigentlich Deine Models?

Freunde, Freundinnen, Cousinen, Großcousins und all deren Haustiere: Irgendwann hattest Du sie alle vor der Kamera. Du brauchst dringend „Nachschub“. Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit Models in Kontakt zu kommen. Kleinanzeigen in Zeitungen, Kleinanzeigen im Internet, Mitgliedschaft und Postings in Fotografen- und Modelgruppen in sozialen Netzwerken – alles kommt in Frage. Wie erfolgreich diese Möglichkeiten sein werden, muss Du abwarten.

Menschen ansprechen

Eine völlig andere Methode geht wie folgt: Du lässt Dir eine schicke Visitenkarte als Fotograf herstellen. Auf der Rückseite (Du weißt ja: Nach Guerilla-Marketing-Regeln soll man die Rückseite nicht ungenutzt lassen) formulierst Du, dass Du für Shootings Models suchst. Diese Visitenkarten gehören ab sofort in Deine Jackentasche oder in Deine Geldbörse. Wenn Du mit offene Augen durch die Weltgeschichte läufst - übrigens gerne auch alleine – werden Dir öfters Menschen begegnen, die Du gerne auch einmal shooten möchtest. Fass Dir ein Herz, sprech sie an, mache Komplimente und überreiche Deine Visitenkarte verbunden mit der Bitte sich bei Dir zu melden. Alternativ kannst Du auch dreister sein und nach der Handynummer fragen.

Aquiseregeln gelten auch bei Modelsuche

Wenn Dir alles zu offensiv ist, dann lass die Rückseite auf der Visitenkarte weg, mache aber sonst alles wie oben beschrieben, bloß frage nicht nach der Handynummer. Du wirst merken, dass sich die meisten Angesprochenen nicht wieder bei Dir melden. Die Spielregeln für die Modelsuche sind ähnlich der üblichen Akquisegesetze: Erweitere täglich den Kreis der Menschen mit denen Du Kontakt hast. Damit meine ich nicht zehn oder zwölf sondern 20 oder 30 für Dich „neue“ Menschen. Erkläre freundlich und sympathisch, welchen Vorteil die Menschen davon haben sich von Dir fotografieren zu lassen. Versuche bei vermutetem Interesse möglichst auf den Punkt zu kommen: Vereinbare  gleich einen Shootingtermin. 

Lass Fremde kostenlos für Dich werben

Wenn Dir Menschen (gleich) absagen, dann versäume nicht zu fragen, ob sie denn jemanden kennen, der gerne einmal mit Dir arbeiten möchte. Überreiche vielleicht auch noch eine oder zwei weitere Visitenkarten und lasse so Fremde kostenlos für Dich werben. Schön ist es auch, wenn Du über Requisiten verfügst, die Themenshootings ermöglichen. Damit wirst Du z.B. bei FB erfolgreicher sein, als mit reinen Porträtshootings. Lost places, Gothik, Erotic, Nature usw. können hier mögliche Vorschläge sein.

Wie Du liest: Fast jeder kann Dein Model sein. Gerate in Kontakt und sorge dafür, dass die Menschen in deiner Stadt positiv über Dich reden. Dann wird was draus!

Posing für Porträts 11: Mit Teddy und Puppe üben

Schaufensterpuppe mit Schal und Mütze
Mit einer Schaufensterpuppe lässt sich prima üben.

 Üben mit Schaufensterpuppen: 

 Die brauchen keinen Flow

Ja, ich weiß: Du brauchst unbedingt ein Model bevor es mit Deinem Shooting losgeht. Allerdings empfehle ich Dir, Deine Künste erst einmal mit „Personen“ zu probieren, die sich nicht bewegen und die Dir kein Feedback geben werden. Damit meine ich zum Beispiel Schaufensterpuppen, Plüschtiere oder gerne auch Spielpuppen Deiner Kinder.

Neue Kamera kennen lernen

Dies gilt ganz besonders, wenn Du Dich gerade stolz zum ersten Mal mit Deiner neuen Kamera befassen möchtest. Echte Models geraten ebenso wie erfahrene Fotografen auch in einen Flow beim Posen. Wenn Du dabei mit Deinem Autofokus kämpfst, der Dir immer wieder in den Hintergrund wegflutscht, weil Du Dein Handbuch noch nicht komplett gelesen hast, dann wirfst Du sie aus genau diesem Flow. Die Auswirkungen auf die Mimik und Körperspannung kannst Du Dir vorstellen. 

Teddy geht auch

Mit Plüschtieren werden Dir auch sehr niedliche Fotos gelingen: Positives Feedback von Betrachtern wird Dir gewiss sein. Ich weiß das von Instagram. Dort habe ich zu Beginn meiner Aktivitäten auch Teddyfotos gepostet. 

Eigene Puppe anschaffen

Etwas kunstvoller wird es werden, wenn Du mit Schaufensterpuppen in den Schaufenstern der Geschäfte in Deiner Stadt beginnst. Dabei wirst Du es mit allerlei Einflüssen wie z.B. Spiegelungen zu tun bekommen, die Du bestens für Deinen Fotoerfolg nutzen kannst. Wenn Du völlig auf Nummer sicher gehen willst, dann kaufe Dir für ca. 60€ eine eigene Puppe, die Du bereits auch mit zwei verschiedenfarbigen Perücken bekommen kannst. Dann fehlt Dir nur noch ein passender Hintergrund und schon kannst Du anfangen.

Kleine Schritte zum Erfolg

Sicher: Du kannst auch mit Deiner möglicherweise leidensfähigen Partnerin oder mit Deinem Partner starten. Vielleicht stehst Du ja auch nicht völlig am Anfang. Doch wenn das der Fall sein sollte, dann gehe bitte Deinen Weg in kleinen Schritten. Das hält die Motivation hoch und so gestärkt steigerst Du von Tag zu Tag Deine Qualität und Kompetenz als Model- und Porträtfotograf. 

Bilderstellung mit Künstlicher Intelligenz

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